Neben den drei Doshas, die unsere physiologische Konstitution bilden, gibt es im Ayurveda und Yoga auch noch drei psychische Energien: Sattva, Rajas und Tamas, die drei Gunas.

Von:Lena
Team NAYU

Sattva, Rajas und Tamas – die sogenannten „Doshas des Geistes“ beeinflussen dein Denken, deine Gefühle und damit deine Persönlichkeit. Durch das Bewusstsein und die bewusste Steuerung der drei Gunas können wir Stress abbauen, mehr Harmonie in unser Leben bringen und persönlich wachsen.

Was sind Gunas?

Im Ayurveda und Yoga unterscheiden wir neben den Doshas drei weitere Grundqualitäten: Sattva, Rajas und Tamas – die drei Gunas. Die Gunas sind feinstoffliche Energien, die unseren Geist beeinflussen und damit maßgeblich unsere Persönlichkeit beschreiben.

Alle drei Gunas sind immer in uns vorhanden, wir haben aber die Möglichkeit die relative Verteilung der drei Eigenschaften bewusst zu verändern. Wenn wir die Gunas verstehen und in uns erkennen, können wir so Stress vorbeugen und die Balance und Harmonie in unserem Leben fördern.

Die Eigenschaften der Gunas

Sattva: Sattva steht für Reinheit, Ausgeglichenheit und Harmonie. Es ist die Qualität der Zufriedenheit und Glückseligkeit. Im Ayurveda ist Sattva der Zustand des Gleichgewichts, der Heilung bewirkt. Im Yoga wird Sattva als Qualität gesehen, die spirituelles Wachstum ermöglicht.

Rajas: Rajas steht für Bewegung, Aktivität und Verlangen. Diese Qualität bringt uns Leidenschaft, Entschlossenheit, aber auch Unruhe, Gier und Sorge.

Tamas: Tamas steht für Trägheit, Dunkelheit und Inaktivität. Die Tamas Qualität verschleiert unseren Blick für die Realität und zeigt sich in Zuständen der Depression, des Schmerzes, oder auch Langeweile und Faulheit.

Bedeutung der Gunas im Ayurveda und Zusammenhang mit den Doshas

Während die Doshas als biologische Qualitäten bezeichnet werden, sind die Gunas geistige bzw. spirituelle Qualitäten, die manchmal auch als die „Doshas des Geistes“ bezeichnet werden. Die Gunas wirken sich direkt auf unsere Psyche und unsere Persönlichkeit aus. Kennt man sein dominantes Dosha als auch seine Guna Verteilung, weiß man ziemlich genau, wo man aktuell steht und kann seine Lebensweise entsprechend danach ausrichten.

Während allerdings die Doshas in jedem Menschen zu individuellen Anteilen vorhanden sind und das auch so sein sollte, gibt es bei den Gunas ein ganz klares Bestreben die sattvische Energie zu erhöhen und Tamas und Rajas zu verringern. Falls du weitere Informationen zu den Doshas möchtest, kannst du auch hier nachlesen.

Wirkung der Gunas auf Vata

Sattvische Vata-Typen: Sind kreativ, aufgeschlossen und enthusiastisch. Haben eine schnelle Auffassungsgabe und sind gute Kommunikatoren. Sie denken positiv und wirken inspirierend auf andere Menschen.

Rajasische Vata-Typen: Sind sehr aktiv und ändern häufig ihre Lebensziele. Sie sind oft unruhig, nervös und unentschlossen. Sie begeistern sich schnell für etwas Neues, lassen sich dann aber auch leicht ablenken. Durch ihre Hyperaktivität können sie auch oberflächlich und unbeständig sein.

Tamasische Vata-Typen: Sind furchtsam und unehrlich. Sie neigen zu Deprimiertheit und Psychosen. Sie sind oft unberechenbar und können einen schlechten Einfluss auf andere haben.

Wirkung der Gunas auf Pitta

Sattvische Pitta-Typen: Sind diszipliniert, freundlich und einfühlsam. Sie sind warmherzig und in der Lage den Standpunkt anderer zu verstehen und zu respektieren. Sie sind Führungspersönlichkeiten, die nach Wachstum und Entwicklung streben.

Rajasische Pitta-Typen: Sie sind zielstrebig und nehmen dabei keine Rücksicht auf Verluste. Sie neigen zu Aggressivität, Egoismus und Konkurrenzdenken. Diese Rücksichtslosigkeit wird ihnen oft zum Verhängnis.

Tamasische Pitta-Typen: Sie sind destruktiv und gewalttätig. Sie neigen zu Hass und Wut. Sie können paranoide oder psychopatische Züge haben und man geht ihnen besser aus dem Weg. Häufig gehören Kriminelle diesem Typ an.

Wirkung der Gunas auf Kapha

Sattvische Kapha-Typen: Sind ruhig, zuverlässig und zufrieden. Sie bieten den Menschen, die sie umgeben Stabilität, Liebe und Mitgefühl. Sie betrachten ihre Mitmenschen aus einer fürsorglichen Perspektive.

Rajasische Kapha-Typen: Sind übermäßig materialistisch und streben nach Besitz. Sie streben übertrieben nach Sicherheit und wollen sich Reichtum und Macht anhäufen. Sie sind allerdings nie zufrieden mit dem was sie haben.

Tamasische Kapha-Typen: Sind schwerfällig, lethargisch und deprimiert. Sie wollen sich nicht anstrengen und neigen daher auch zu Übergewicht. Sie sind nicht bereit ihre eigene Situation zu reflektieren und machen lieber andere dafür verantwortlich.

Wie können wir die Gunas beeinflussen?

Das vorherrschende Guna bestimmt wie wir die Welt wahrnehmen. Es wirkt sich auf unser Verhalten, unsere Einstellung und unsere Handlungen aus. Daher kann es sinnvoll sein, die Energien in uns aktiv zu verändern. Durch bestimmte Ernährung, sowie unseren Lebensstil als auch externe Umwelteinflüsse können wir den Anteil von Sattva, Rajas und Tamas in uns bewusst beeinflussen.

Tamas reduzieren

Wenn dein Tamas überhandgenommen hat, fühlst du dich wahrscheinlich emotional sowohl als auch physisch abgeschlagen, müde und deprimiert. Allein der Gedanke daran, etwas tun zu müssen ist schon anstrengend.

Tipps um Tamas zu reduzieren:

  • Bewege dich! Wenn du deinen Körper bewegst, bringst du auch die Energien in dir in Bewegung, was wiederum Veränderungen deines psychischen Zustands bewirkt. Ganz egal, wie du dich bewegst, fang einfach mit etwas an, das dir am ehesten zusagt.
  • Verbanne „Junk Food“ aus deiner Ernährung. Junk Food hat im Ayurveda grundsätzlich keinen Platz, aber es ist umso wichtiger, Lebensmittel mit möglichst vielen Nährstoffen zu sich zu nehmen, wenn Tamas dominiert. Schau dich gern in unseren Rezepten um, wenn du Ideen brauchst.
  • Schränke deinen Medienkonsum ein. Stundenlanges Serienschauen, das ziellose Scrollen im Internet und auf sozialen Medien lässt uns oft noch fauler und antriebsloser werden.
  • Fokussiere dich auf das Positive in deinem Leben. Starte eine Dankbarkeitspraxis, oder lies Bücher und Artikel, die dich motivieren und inspirieren.

Rajas reduzieren

Wir benötigen Rajas, die Bewegung und Aktivität, um Tamas entgegenzuwirken. Wenn nun unser Rajas zu stark angestiegen ist, müssen wir es wieder beruhigen. Das Ziel ist es, eine Umwandlung in Sattva zu erreichen, anstatt wieder in unsere Tamas Trägheit zu verfallen.

Tipps um Rajas zu reduzieren:

  • Meditiere regelmäßig. Meditation hilft unserem Körper und Geist zur Ruhe zu kommen. Probiere gerne auch mal unsere NAYU Meditationen aus.
  • Achte in deiner Ernährung darauf, nicht zu viele stimulierende Lebensmittel zu dir zu nehmen. Dazu zählt natürlich Kaffee, aber auch zu scharfe, gesalzene oder heiße Nahrung kann dein Rajas erhöhen.
  • Verbringe Zeit in der Natur. Die Verbindung zur Natur erdet uns und unterstützt uns dabei Körper und Geist in Balance zu bringen.
  • Schränke deinen Nachrichtenkonsum ein. Nachrichten fördern unsere Ängste und Sorgen, daher versuche Nachrichten beispielsweise nur einmal am Tag zu konsumieren oder vielleicht sogar mal ein paar Tage ganz ohne Nachrichten auszukommen.

Sattva erhöhen

Egal welche Doshas und welche Gunas bei dir dominieren – wir versuchen immer Sattva zu erhöhen, um mehr Zufriedenheit in unserem Leben zu finden. Um Sattva zu erhöhen müssen wir Rajas und Tamas reduzieren, uns sattvisch ernähren und uns ein positives Umfeld schaffen. Sattvische Lebensmittel umfassen vor allem Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse, sowie Hülsenfrüchte. Yoga-Praktiken erzeugen ebenfalls Sattva in Körper und Geist, daher empfiehlt sich auch eine regelmäßige Yoga-Praxis, um Sattva zu kultivieren.

Die 3 Gunas zusammengefasst

Alle drei Gunas sind notwendig und auch immer in uns vorhanden, allerdings streben wir danach Sattva zu erhöhen. Ein sattvischer Geist ist schließlich ein glücklicher Geist. Wenn wir erkennen welche der drei Eigenschaften in einer bestimmten Situation oder unter bestimmten Umständen dominieren, können wir bewusst entscheiden, wie wir reagieren und wie wir Körper und Geist konditionieren. Der Großteil unseres Lebens wird immer durch Rajas und Tamas geprägt sein, das ist ganz normal, doch können wir deren Wirkung durch kleine Veränderungen verringern. Dadurch erhöhen wir Sattva, was uns mehr Harmonie, Glück und Freude in unserem Leben bringt.

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